Was hat Achtsamkeit im Sport verloren?

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Um meine Antwort auf die provokative Frage gleich mal vorne weg zu nehmen:

EINE MENGE!

Mein „Abenteuer“ Ausdauer-Sport habe ich vor einigen Jahren ganz alleine begonnen und mir nur sehr wenig aus den Menschen um mich herum und schon gar nicht aus deren Meinung gemacht. Inzwischen ist es sogar so, dass ich manchmal aufpassen muss, mich nicht zu viel mit anderen Menschen zu beschäftigen und auf mich selbst zu achten. 😉

Wenn du als Einzelsportler unterwegs bist, wirst du zwangsläufig als Eigenbrödler oder sogar Spinner abgestempelt…Manchmal, zugegeben, ja auch zu Recht, aber in vielen Fällen sieht man sich wie im alltäglichen Leben mit Vorurteilen konfrontiert. Alles konzentriert sich auf „Höher, Schneller, Weiter“, anstatt zu hinterfragen, was hinter der Leistung eines einzelnen steckt. Wieviel und vor allem wie hart muss sie oder er eigentlich trainieren, um das abzuliefern, was man da gerade sieht? Wann hat sie oder er überhaupt damit angefangen, Sport zu treiben? Wie schafft sie oder er das neben dem Job und der Familie überhaupt. Warum sagt ihm eigentlich keiner, dass sein Fuß komisch aufsetzt beim Laufen oder das sein Hinterrad am Bremsbelag schleift?

Ich habe dazu vor kurzem einen echt passenden Spruch gelesen:

„DER NEID SIEHT NUR DAS BLUMENBEET. NICHT DEN SPATEN!“

Ich habe mich selbst dabei erwischt, Leistungen anderer an einem einzigen Ergebnis zu bewerten und zum Glück erlebt, das man damit total daneben liegen kann. Viel schöner ist es, mit dem anderen – der Dir selbst, weil er Sport auch liebt, übrigens meistens ähnlicher ist als du denkst!? – ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, zu fachsimpeln und, wenn möglich, sich Tipps zu geben und weiterzuhelfen. Du erfährst dabei Bestätigung und Anregung für Dein Training zugleich.

Also:

Bei der nächsten Radfahrt den Typen, den man irgendwie immer trifft, aber nicht kennt, einfach mal grüßen und vielleicht sogar ins Gespräch kommen oder auf der Laufrunde mal nicht wortlos den langsamen Jogger überholen, sondern freundlich „Hallo!“ rufen und vielleicht sogar ein paar Minuten zusammen laufen.

Der Typ auf dem Rad oder der langsame Jogger könnten vielleicht ja Trainingspartner werden und Dir mit Ihrer individuellen Geschichte nützliche Tipps geben oder vielleicht erkennst Du Dich in Ihnen ja wieder und denkst zurück an die Zeit, als Du mal angefangen hast mit allem.

Dann ist es Zeit, sich mal an das Thema Achtsamkeit zu erinnern, etwas zu „entschleunigen“ und sich nicht nur um das Blumenbeet, sondern auch den Spaten zu kümmern. In diesem Sinne ein sportliches Wochenende!

-MP

 

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